Lust, Mögen und Verlangen:

Buddhistische und psychologische Perspektiven

 

Mit Akincano M. Weber

 

24.-26. Januar 2020

Fr 19 bis 21 Uhr

Sa 10.00 bis 18.00 Uhr

So 10.00 bis 15.30 Uhr

 

Thema: Frühbuddhistische Darlegungen sehen im Begehren (taṇhā, lit. ‚Durst‘ oder ‚Dürre‘) eine zentrale Kraft hinter der Erfahrung von Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit (dukkha) und führen viele Schattierungen des Leidens – körperlicher oder psychischer Schmerz, Verlust, Enttäuschung, Frustration und Belastung – direkt oder indirekt auf Formen des Begehrens zurück. Der scheinbar unverfängliche Begriff ‚Begehren‘ verschleiert dabei die Tatsache, daß die Gegenstände unseres expliziten Wollens oft einen tiefer liegenden existentiellen Zustand verdecken, der Wesen auf vielerlei Weise nötigt, fortwährend nach Bestätigung, Befriedigung und Beschwichtigung zu suchen.

 

Hintergrund: Auf einen ersten Blick hegen buddhistische Traditionen viel offenkundige Missbilligung für Begehren und sehen in seinen Formen eine unersprießliche und leidenschaffende Kraft. Das Ausmaß unserer Sehn­sucht, unseres Verlangens und Ehrgeizes und das Pathos der auf sie folgen­den Suche werden dadurch kompliziert, daß Begehren nicht nur Leiden schafft, sondern auch Motor von Motivation, dem Streben nach Vervollkommnung und nach Befreiung darstellt. Bei genauerem Hinsehen offenbaren die alten Lehren eine vielschichtige Perspektive auf die Mehr­deutigkeit von Wollen – und ermöglichen Unterscheidungsvermögen und hilfreiche An­sätze, um destruktive in konstruktive Kräfte des Wollens umzuwandeln.

 

Ablauf: Das Praxiswochenende widmet sich einer Klärung des Begriffs und der Rolle des Begehrens, wie westliche und buddhistische Psychologien es verstehen. In der Erkenntnis, dass Verlangen nicht einfach negiert werden kann, soll der Anlaß dazu beitragen, das Zusammenspiel von Lust, Verlangen und Sucht in unserem Leben durch die Linse buddhistischer Psychologie tiefer zu verstehen, einige der Werkzeuge kontemplativen Geistestrainings vorzustellen auf diese psychologisch und mit einem Blick auf jüngere Forschungen in den Neurowissenschaften zu verorten.

 

Format: Das Wochenende findet in einem Praxis- und Theorieverhältnis von 50:50 statt, besteht aus Stoßreferaten, stillen und geführten Meditationsübungen und Gelegenheit zu Diskussion und Gruppengespräch. Es zielt darauf ab, Achtsamkeits-Praktizierenden Wege zu bieten, Verlangen, seinen Mustern und Bedingungen realistisch zu begegnen und sich transformativ mit ihnen auseinanderzusetzen.

 

Akincano M. Weber ist buddhistischer Lehrer und Therapeut. Er ist der Praxis und Überlieferung des frühen Buddhismus verbunden und war 20 Jahre Mönch in Europa und Asien. Akincano studierte Buddhistische Psychotherapie in London (M.A.), ist international als Meditations- und Dharmalehrer tätig und führt eine Praxis für Dialogische Prozessbegleitung. Er leitet Atammaya Köln, ist Mitbegründer von Bodhi College und lebt mit seiner Frau im Rheinland. 
Webseite: www.akincano.net

 

Kursgebühr: 300 € (Ermäßigung auf Anfrage möglich)

 

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Verbindliche Anmeldung:

 

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